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Auch wir haben uns mit diesem Thema schon ausführlich befasst. Malte Graf, Geschäftsführer  der  Fa. Peer-Span GmbH, hat hierzu in 2010 einen Artikel in der Fachzeitschrift ‚Pferd + Sport“ veröffentlicht, den wir Ihnen nachfolgend präsentieren möchten.

„Pferde gehören auf Stroh“ – das ist die weit verbreitete Meinung unter den Pferdebesitzern.
Weizen, Gerste und Roggenstroh sind die klassischen Einstreuvarianten, Kostendruck und Tradition halten sie noch immer in den Ställen. Doch die Klassiker haben verschiedene Vor – und Nachteile. 

Neben hoher Saugleistung, groβem Liegekomfort und unkomplizierter Entsorgung werden Weizen und Gerste gerne gefressen. Bei gierigen Kandidaten und kurzen Halmen kann das schnell zu dickem Bauch, im schlimmsten Fall zu Kolik oder Schlundverstopfung kommen.
Roggenstroh enthält Bitterstoffe, es wird daher kaum gefressen. Bei dieser Einstreuart muss allerdings auf den Raufutterbedarf geachtet werden.

Neben der richtigen Länge der Halme und einer guten Qualität des Strohs, ist auch das Mistverhalten zu beachten. Eine gesunde Matratzenbildung minimiert Gerüche, daher ist tägliches Komplett-Misten nicht unbedingt das Ideale, obwohl es hygienischer aussieht.
Urin stinkt erst, wenn er eine Lache auf dem Boden der Box bildet. Eine Matte hält ihn auf und mindert unangenehme Gerüche. Tägliches Abäppeln ist daher eine geeignete Variante der Stallpflege. Hinzu kommt, dass eine Matte mehr Steh- und Liegekomfort bietet, als der mit wenig Einstreu bedeckte Betonboden.

Warum Alternativen

Können Pferde nicht auf Stroh stehen, hat das meist gesundheitliche Gründe: Allergien, hauptsächlich gegen Staub, zwingen Pferdehalter, nach Alternativen zu suchen. Der Markt bietet Einige, welche die Richtige für das Pferd ist, lässt sich nach Abwägen der Vor- und Nachteile ermitteln.
Bei Alternativen sollte man aber immer auf die richtige Raufuttermenge achten !

Hobelspäne

Die bekannteste Alternative neben Stroh sind die klassischen Hobelspäne, die eine gute Saugfähgkeit aufweisen und nahezu staubfrei sind. Hinzu kommt, dass viele Verkaufsställe auf Hobelspäne zurückgreifen, weil sie hell und sauber sind.
Den gröβten Nachteil macht die relativ schwierige Entsorgung der Späne aus, wobei das Vorurteil, dass die Hobelspäne den Boden „sauer“ machen, längst widerlegt wurde. Generell gilt bei Hobelspänen: Je gröber, desto weniger saugfähig sind die Späne, das Streuvolumen nimmt allerdings etwas zu. Auβerdem ist zubeachten, dass möglichst nur Fichte oder Tanne verwendet werden. Andere Holzarten enthalten mehr ätherische Öle, die zu Allergien oder Atemwegsproblemen führen können.

Weichholzgranulat

Weichholzgranulat ist fast zu 100 Prozent staubfrei und dadurch für hoch allergische Pferde einsetzbar. Der Liegekomfort ist durch das geringe Volumen nicht vergleichbar mit Stroh. Aufgrund der Struktur vieler kleiner Teilchen ist Weichholzgranulat stark geruchsabsorbierend und hochgradig saugfähig. Das Mistvolumen ist sehr stark reduziert, und das Material zersetzt sich sehr schnell.

Roggenstrohmehl

Der Begriff „Mehl“ ist eigentlich nicht die richtige Bezeichnung, denn Roggenstrohmehl wird zwar in der Hammermühle gemahlen, hat aber mit mehliger Konsistenz ansonsten wenig zu tun.
Der lange Halm wird klein gehackt, um eine feinere, luftige Struktur zu erhalten. Roggenstrohmehl wird wegen der natürlichen Bitterstoffe nicht gefressen und ist zudem angereichert mit ätherischen Ölen.
Roggenstrohmehl ist leicht in der Landwirtschaft zu entsorgen, ein hochwertiger Humus bleibt zurück.

Pellets

Das gröβte Plus der pelletierten, das heiβt gepressten, Einstreu, ist das geringe Lagervolumen. Das sehr feine Material hat ähnliche Eigenschaften wie Katzenstreu, was bedeutet, dass Urinflecken kleiner sind. Durch das leichte Klumpen der Feinteile, wird die Mistentnahme einfacher, die Pferdeäpfel können besser entnommen werden. Im Sommer besteht allerdings Gefahr, dass die sehr feine Struktur dieser  Einstreuvariante zu stauben beginnt und Allergiker darauf reagieren.
Zu beachten ist, dass die Pellets nie roh in die Box gestreut werden dürfen, sondern immer angefeuchtet werden müssen, damit die Pferde nicht ausrutschen oder auf die Idee kommen, die Einstreu zu fressen.
Einstreupellets werden als Strohpellets oder Horse Pellets auf Holzbasis angeboten. Grundsätzlich ist ein pelletiertes Produkt aufgrund seiner Struktur saugfähiger als eine Langhalmvariante.

Weitere alternative Einstreumöglichkeiten

Die kostenintensiven Einstreualternativen sind Leinenstroh und Hanf. Beide werden nicht gefressen, haben ein geringes Mistvolumen und eine hohe Saugfähigkeit. Hanf ist dabei aufgrund seiner wenigen Anbaugebiete noch die teuerere beider Varianten, bietet aber zudem auch den Vorteil, dass keine Pestizide oder Herbizide in der Kultivierung angewendet werden.

Eine weitere Alternative ist gehäckseltes Rapsstroh, allgemein als Rapsodie bekannt. Beim Häckseln wird der harte Rapsstängel aufgeschlossen und somit das saugfähige Mark freigelegt. Zu bedenken ist, dass es in der Erstanwendung sehr glatt und aufgrund der Struktur die Einstreu verhältnismäβig hart ist.

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