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Im September der Bauer…

Herbstweide Mitte Oktober

… die Rösser einspannt, um seine Nachsaat ins Grünland zu bringen. Im darauffolgenden Herbst wird es dann Zeit, die letzten Maßnahmen auf dem Grünland zur Verbesserung der Überwinterung durchzuführen. Dazu gehört ein Schröpfschnitt, wenn der Bestand nach der letzten Nutzung zu lang geworden ist (länger als 10 cm) oder einzelne Nester mit überständigem Gras auf der Weide stehen geblieben sind.

Was ist ein Schröpfschnitt?

Ein Schröpfschnitt wird in der Landwirtschaft in Regel nach dem Auflaufen der Grünlandansaat durchgeführt, um unliebsame Kräuter in ihrem Entwicklung zu stören und die Bestockung der Gräser anzuregen. Bei der Anlage von artenreichem Grünland ist eine hoher Anteil jedoch ein hoher Anteil von Kräutern erwünscht, deshalb ist ein Schröpfschritt nur dann sinnvoll, wenn Ackerbeikräuter oder Ruderalarten (Disteln, Melden oder Nachschatten) so stark wachsen, dass sie den Erfolg der Grünlandansaat gefährden. Dann ist ein Schröpfschnitt bei 10-20 cm Bestandshöhe durchzuführen. Der Mäher oder Mulcher sollte auf eine Höhe von 7-8 cm eingestellt werden und bei hohem Materialanfall empfiehlt es sich, das Schnittgut von der Fläche  zu entfernen. Je nach Entwicklung der Fläche kann ein mehrmaliger Schröpfschnitt notwendig sein.

Die richtige Länge bringt’s!

Die Grasnarbe sollte in jedem Falle nicht  zu tief genutzt, aber auch nicht zu üppig in den Winter gehen. Der Bestand sollte vor Wintereinbruch noch leicht bis ca. 10 cm Wuchshöhe anschieben können. Nur eine grüne Grasnarbe kann vor Eintreten der ersten Fröste noch ausreichend Reservestoffe für den Winter bilden. Bei den kühlen Temperaturen im Spätherbst werden nur noch wenige der tagsüber gebildeten Assimilate veratmet. Dadurch können sich in den oberirdischen Pflanzenteilen noch wasserlösliche Kohlenhydrate (Zucker) anreichern, die dann wie ein „Frostschutzmittel“ wirken und die Bildung von Eiskristallen in den Pflanzenzellen verhindern. Dies erklärt auch, warum vor Wintereinbruch zu tief verbissene oder geschnittene Grasnarben (Rasierschnitt unter 5 cm) schlechter den Winter überleben.

Gehen die Bestände zu hoch (über 10 cm) bzw. zu mastig in den Winter, dann steigt die Auswinterungsgefahr durch Schneeschimmel. Üppige Bestände geben auch den Feldmäusen verstärkt Unterschlupf, wodurch bei milden Wintern die Fraß- und Wühlschäden stark zunehmen können. Die negative Bilanz der Pflanze zwischen Assimilation (Sauerstoffbildung) und Atmung (Sauerstoffverbrauch) führt dazu, dass die CO2-Konzentration unter der Schneedecke steigt und dadurch günstige Bedingungen für Schimmelpilze geschaffen werden. Kritisch ist vor allem eine durchgehende Schneedecke von mehr als 100 Tagen. Die abgestorbenen Pflanzen zeigen dann nach der Schneeschmelze den typischen rosafarbenen Myzelbelag.

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