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Fortsetzung!

In unserem vorherigen Artikel „Zaubertrunk für Höchstleistungen“ haben wir Ihnen gemeinsam mit James Hart einen kurzen Einblick in die Welt der „Pferdekräuter“ gegeben. Diese Artikelserie setzen wir nun, wie versprochen, fort und befassen uns an dieser Stelle mit den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten beim Pferd.

Reine Pflanzenkraft für Individualisten

Zunächsteinmal ist festzuhalten, dass die Bioverfügbarkeit der Heilpflanzen in flüssiger Form weitaus höher ist, als in getrockneter Form und so eine punktuelle Anwendung mit unmittelbarer Wirkung im Rahmen der Möglichkeiten liegt. Wenn beim Einsatz von Teufelskralle (1:2) in der richtigen Doserung Lahmheitserscheinungen innerhalb von 15 Minuten eine deutliche Besserung zeigen, dann ist man schon geneigt an die potente Druidenformel von “Asterix und Obelix” zu denken….

Aber Spass beiseite, auf dieser Ebene muss man jedes Pferd als Individuum betrachten und der beste Ansatz ist immernoch das Gespräch mit einem Fachmann auf dem Gebiet der Pflanzenheilkunde.

Alles im (Un)Gleichgewicht?

Wie wir schon bemerkt haben, beruht die Wissenschaft der Pflanzenheilkunde auf dem Konzept der Adaptogene. Adaptogene Kräuter unterscheiden sich von anderen Heilkräutern in ihrer ausgleichenden Wirkung auf endokrine Hormone und das Immunsystem. Sie helfen dem Körper, eine optimale Homöstase aufrecht zu erhalten.

Die Temperatur ist hier ein gutes Beispiel: Der Körper steht in unmittelbarer Abhängigkeit von seiner Auβentemperatur. Ist diese zu hoch, fängt er an zu schwitzen, um sich über den Verdunstungseffekt abzukühlen. Ein Absenken der Auβentemperatur dagegen resultiert in Zittern und niedriger Durchblutung der Extremitäten, um die Erhaltung der Kerntemperatur im Körper sicherzustellen. Körperliches Training auf höchstem Niveau erhöht die Auswirkungen dieser Belastungen und im Gegensatz zu allgemeinen Erwartungen können diese sich zu Negativfaktoren entwickeln mit beispielsweise negativen Effekt auf das Immunsystem.
Adaptogene wirken ausgleichend, d.h sie mildern oder verstärken Reaktionen im Organismus, um so das perfekte Zusammenspiel der Systeme zu erreichen. Wie zu erwarten gibt es viele Abhandlungen über Adaptogene und die Pflanzen, die in Verdacht stehen, ein Adaptogen zu sein. Viele dieser Heilpflanzen sind schwer zu bekommen und bei manchen Pflanzen ist die adaptogene Wirkung noch längst nicht nachgewiesen.

Die Natur hilft!

Um den Muskel- und Knochenapparat des Pferdes zu unterstützen und dessen Langlebigkeit zu erhalten kann man mit einer konstanten Gabe von Teufelskralle  effektiv Entzündungen vorbeugen.
Gegen Magen-/Darmgeschwüre helfen Kräuter, wie Bockshornklee, Lakritz und Psyllium (ein Gewächs aus der Familie der Wegeriche). Angenehm ist die Tatsache, dass diese Pflanzen nicht zu teuer sind.

Schließlich Echinacea, welches beim Pferd die Anzahl der roten Blutkörperchen steigert. Diese sind ja bekanntlich für den Transport von Sauerstoff zum Muskelgewebe verantwortlich. Je mehr Sauerstoff, desto besser die aerobe Muskelarbeit. (Eine Zunahme der roten Blutzellen ist das Ziel des Blut-Doping. Mit Echinacea erreicht man den gleichen Effekt auf ganz natürliche Weise und profitiert gleichzeitig von einer Stärkung des Immunsystems.)

Probiotik – Präbiotik

Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Verdauungssystem. Stellen Sie sicher, dass Ihr Pferd über das richtige Verhältnis von Darmbakterien verfügt. Ein Ungleichgewicht der Bakterien in der modernen Fütterung ist oft nur “einen Schöpfer weit” entfernt und führt oft zu einer Dysbakterie.
Probiotische Futterzusätze wirken dem entgegen.
Jedoch sollte man bei einer probiotischen Fütterung beachten, dass diese auf eine Wirkung im Enddarm ausgerichtet ist. Wenn sie die probiotischen Elemente mit dem Rest des Futters einfach vermischen, dann geraten diese in Gefahr beim Verdauungsprozess wirkungslos zu werden, da sie der Magensäure einige Zeit lang ausgesetzt sind. In flüssiger Form jedoch wandern diese sofort durch den Magen hindurch und gelangen relativ unbeschadet in den Enddarm. Folgerichtig sollte man bei einer probiotischen Fütterung auf Nassfutter umstellen oder diese in flüssiger Form verabreichen.
Sobald so das Gleichgewicht im Darm wieder hergestellt ist, kann es durch die konstante Gabe von Präbiotika erhalten werden. Bockshornkleesamen sind nicht nur eine exzellente Präbiotika-Quelle sondern sind auch sehr nützlich in einem breiteren ernährungphysiologischen Sinn. Sie regulieren den Glukoselevel im Blut und ermöglichen so eine bessere Verwertung der Nährstoffe.

Die Vier Superagenten!

Nachfolgend erwähnen wir vier Heilpflanzen, deren adaptogene Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen wurde und deren Status als Adaptogen gesichert ist:
Ginseng (Panax ginseng), Sibirischer Ginseng, Eleuthrococcus senticosus), Schisandra (Schisandra chinensis oder Spaltkörbchen) und Rhodiola (Rhodiola rosea oder Rosenwurz). Diese Adaptogene sind natürliche Agenten zur Leistungssteigerung.
Da es sich hier nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung handelt, überspringen wir die Wirkungsweise im Organismus, aber nur soviel sei bemerkt: In Bezug auf Leistungsanforderungen steht die Wirkung von Schisandra an der Spitze. Diese Heilpflanze befindet sich bei Pferden bereits seit einiger Zeit in der Anwendung und beeindruckt durch verblüffende Ergebnisse. Eine Dosis von 20ml bis zu zweimal täglich in der Konzentration eines 1:2-Extraktes ist empfohlen.

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