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Wer jetzt seine Weiden vorbereitet, kann den Winter beruhigt genieβen….
 BodenfruchtbarkeitDie zum Herbst hin geringen Aufwüchse im Grünland sollten selbstverständlich möglichst optimal konserviert werden. Die herbstliche Nutzung und Pflege des Grünlandes entscheidet mit darüber, wie leistungsfähig die Narbe im kommenden Jahr ist. Was zu beachten ist erläutern wir nachfolgend.

Die Entwicklung der Kälteresistenz beginnt im gemäβigten Klima  etwa ab Mitte September und verstärkt sich bis Anfang Dezember. Da gleichzeitig die Stoffwechselaktivität abnimmt, wachsen die Pflanzen im Herbst deutlich  langsamer. Daher spielt  die rechtzeitige Mahd im Herbst eine entscheidende Rolle, wenn es um die Konstitution des Grünlandes für den Winter und das kommende Frühjahr geht.

Insbesondere das Deutsche Weidelgras soll dauerhaft und ganzjährig auf Grünland ein hohes Energiepotential bereitstellen. Da  aber ältere Pflanzenteile starker krankheitsanfällig sind ist die rechtzeitige Mahd ausschlaggebend.  Nur dann bleibt der Grasnarbe genügend Zeit zur Regeneration vor dem Wintereinbruch.

Timing ist nicht Alles!

Häufig wird der letzte Schnitt hinausgezögert, weil dann wetterabhängig die Gefahr besteht, dass bis zum Vegetationsende noch zuviel Masse nachwächst.  Ein zu üppiger Grasbestand (> 10cm)  ist von erheblichem Nachteil für die Überwinterung. Zu hohe Futterbestände bzw. Weidereste auf dem Grünland können im Winter zu nachhaltigen Narbenschäden führen. Abgefrorenes und abgestorbenes Pflanzenmaterial erstickt die Narbe und wird vermehrt von Pilzen befallen. Vor allem unter einer geschlossenen Schneedecke kann sich Schneeschimmel (Fusarium) gut ausbreiten und zu großen Ertragsausfällen führen. Darüber hinaus finden tierische Schaderreger wie Feld- oder Wühlmäuse eine gute Rückzugsmöglichkeit in den höheren Beständen und richten großen Schaden an. Wiesenschnaken legen ihre Eier bevorzugt in Pflanzenresten ab. Die schlüpfenden Tipula-Larven schädigen im folgenden Frühjahr die einzelnen Pflanzen, indem die Wurzeln der Gräser kurz unterhalb der Bodenoberfläche abgebissen werden.

Die letzte Nutzung (Schnitt oder Beweidung) des Grünlandes ist von der Witterung vor Ort abhängig. Milde Temperaturen und ausreichend Feuchtigkeit im Herbst können noch eine Nutzung im Oktober notwendig machen. Ziel ist es, die Bestände kurz und mit geringen Mängeln in den Winter zu schicken. Denn die Bestandeshöhe vor dem Winter beeinflusst somit die Entwicklung im folgenden Frühjahr und kann ertragsrelevant sein.

Ggf. Muss man dann im Spätherbst nochmals abmulchen oder – die bessere Alternative- nochmals abweiden.  Wird der letzte Aufwuchs beweidet, ist das besser für die Weide. Bei Beweidung im Herbst  ist aber zu tiefe Nutzung zu vermeiden, um einer Auswinterungsgefahr vorzubeugen. Im Herbst sollte die Nutzungstiefe 5-7cm nicht unterschreiten. Geilstellen müssen entfernt werden.

Achtung vor “Lückenfüllern”….

Alles, was im Herbst noch keimt und ausläuft, kann sich him nächsten Jahr ganz gut etablieren. Lückenhafte Bestände bieten sogenannten “Lichtkeimern” wie Jähriger/Gemeiner Rispe,  Quecke, Weicher Trespe, Vogelmiere, Löwenzahn und Stumpfblättrigem Ampfer hervorragende Möglichkeiten, sich auszubreiten.

Die Gemeine Rispe vermehrt sich mittels oberirdischer Triebe und Wurzeln und ist daher eher einfach zu bekämpfen.  Durch den Einsatz  eines Grünlandstriegels  im Herbst kann die flachwurzelnde Gemeine Rispe empfindlich gestört werden. Ein gröβerer Teil der Rhizome wird abgerissen ud viele Pflanzen werden sogar mit den Wurzeln aus dem Boden entfernt. Auch der häufige Begleiter, die Jährige Rispe, kann man so mit dem Grünlandstriegel effektiv bekämpfen .

Der Weichen Trespe ist jedoch nicht so einfach beizukommen. Sie vermehrt sich über Selbstaussaat und ist daher mit dem Striegel kaum zu bekämpfen. Die Weiche Trespe besiedelt immerwieder erfolgreich Lücken im Grünlandbestand- und wenn sie noch so klein sind.  Eine Gegenmaβnahme kann die Nachsaat  von Deutschem Weidelgras im Herbst sein. Es keimt vergleichsweise schnell und kann ggf. Noch im Herbst/Winter bestocken.

So hat man dann im Frühjahr eine durchaus kampfkräftige Konkurrenz  für die genannten lästigen Arten geschaffen, und das mit wenig technischem Aufwand bzw. zu geringen Kosten. Damit die Rechnung aufgeht, sollte man jedoch nur hochwertoges Qualitätssaatgut zum Einsatz bringen, bei  dem Sorten zum Einsatz kommen, die  sich für Mittelgebirgslagen als leistungsstark erwiesen haben.

Stallmist und Co., sorgen für “Prima Klima”

Die Winterhärte wird zusätzlich gefördert, wenn man für den ausreichenden Vorrat an Reservestoffen sorgt. Diese deckend en Erhaltungsbedarf während der Winterruhe und sichern einen guten Wiederaustrieb im Frühjahr.

Da bei jeder Schnittnutzung – auch dem letzten Schnitt im Herbst – mit dem Aufwuchs die darin enthaltenen Nährstoffe von den Flächen abgefahren werden,  muss jeweils für Ausgleich durch Düngung gesorgt werden. Dazu eigen sich organische Dünger wie Gülle oder Stallmist, die gleichzeitg das Bodenleben fördern und damit positive auf die Bodenfruchtbarkeit einwirken.

Mit einer kleinen Gülle-  o. Mistgabe von 10-12 m3/ha oder mit Volldünger  kann man eventuellem Nährstoffmangel vorbeugen und die Narbe stärken.  Auslaufendes Unkraut kann dann durch die Beschattung der Gräser unterdrückt werden  und die Narbe geht stabiler in den Spätherbst b zw. Winter.
Stickstoffdüngung im Herbst ist  nicht zu empfehlen. Wenn zuviel Stickstoff vorhanden ist, nimmt das Deutsche Weidelgras z. Bsp. auch im Winter noch Nährstoffe auf und wächst bei wärmeren Temperaturen langsam weiter. Bei nachfolgenden Kältephasen kann es dann deutlich geschädigt werden. Im Gegensatz dazu  sind Wiesenlieschgras, Wiesenschwingel und Wiesenrispe sehr kälteverträglich. Knaulsgrass nimmt eine Zwischenstellung ein.

Regenwurm willkommen!

Ein wesentlicher Bestandteil der Bodenfruchtbarkeit ist die sogenannte “Schattengare”. Ein von wertvollen Pflanzen beschatteter Boden ist  belebter und belastbarer gegenüber mechanischem Druck. (Thema “Bodenverdichtung” unter www. eco-lite.blogspot.com) Im Idealfall ist er sehr gut durchlüftet und – ausgelöst durch optimal Bedingungen im Wurzelbereich-  günstig für das gesamte Pflanzenwachstum.
Ein Boden mit guter Struktur, sprich mit vielen Mittel- und Grobporen, sowie Regenwurmgängen, kann Niederschläge wesentlich besser aufnehmen und somit vor oberflächlicher Abschwemmung bewahren. Dadurch werden auch Nährstoffe, z. Bsp. aus der organischen Düngung, im Boden festgehalten.

Wer diese Dinge bei der Grünlandpflege beachtet und so “nachhaltig für dauerhaft gutes Klima am Boden “ sorgt, kann unbesorgt auf das Vegetationsjahr 2010 blicken und die Ruhephasen im Winter genieβen.

Viel Erfolg !

Euer  Green-E-lite Team

www. green-e-lite.com

Author: Patricia Thompson,  www.green-e-lite.com

Quelle: www.dsv-saaten.de (Deutsche Saatgutveredelung AG) ; www.dlr-eifel.rlp.de (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel)

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